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Das Arkanum #7




Wir gingen also endlich los, geradewegs auf das Moor zu. Selbst ich hatte so meine Bedenken. Ich konnte zwar im Gegensatz zu Morgan, alles ausgezeichnet sehen, aber trotzdem kannte ich keinen Weg durch das Moor und soviel ich wusste, war es groß, sehr groß. Natürlich glaubte ich nicht daran, was Morgan erzählte. Dass das ganze vielleicht nur eine "Verarschung" ist und das es die Burg gar nicht gibt. Keine Burg, keine Wachen, gar nichts. Aber dennoch hoffte ich, dass er unrecht hatte.
Man kann ja nie wissen...
Wir gingen ein Stück in den Wald hinein und schon jetzt hatte Morgan Probleme, zurecht zu kommen. Ich konnte das sehr schlecht nachvollziehen und versuchte mich an die Zeit zu erinnern, in der auch ich Probleme gehabt hatte, im dunkeln zu sehen. Doch es gelang mir nicht. Es war schon zu lange her...
"Wenn du Hilfe brauchst, sag bescheid!", rief ich ihm zu.
"Ach was, ich komm schon zurecht. Alles bestens hier", sagte er. Ja, auch Morgan hatte seinen Stolz. Ich grinste und ging weiter. "Da vorne fängt das Moor an! Also pass gut auf, wo du hintrittst!"
"Okay", murmelte Morgan und sah sich um. Es musste wohl verdammt dunkel hier sein, so wie der glotzte... Neben mir schwirrten ein paar Glühwürmchen herum. "Hey ich hab ne Lichtquelle gefunden!", rief ich Morgan zu. Dieser kam zu mir so schnell er konnte und fragte erwartungsvoll: "Wo? Wo denn?!"
Ich zeigte grinsend auf die Glühwürmchen. Morgan sah mich böse an. Ich las seine Gedanken. Sehr lustig. Blödkopf. Dafür handelte er sich einen Schlag gegen den Arm ein.
"Aua! Wofür war das?"
"Du solltest aufpassen, was du denkst", sagte ich und ging weiter. Ich spürte praktisch, wie genervt Morgan nun die Augen verdrehte und musste grinsen.
"Hier musst du gut aufpassen. Der Weg wird schmaler und rechts von uns, ist das Moor", sagte ich und ging geschickt den schmalen Pfad entlang. Als er zu Ende war, sah ich mich nach Morgan um. Er war gerade bei der Hälfte angekommen.
"Alles klar?", rief ich ihm zu.
"Ja... so halb... Ich kann nur das Gleichgewicht nicht immer so gut ha-". Plötzlich stolperte er über einen Stein, fing sich aber wieder so einigermaßen, verlor dann allerdings das Gleichgewicht und fiel ins Moor hinein. Dabei schrie er erschrocken auf. Ich handelte Blitzschnell, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern und eilte zu ihm. Dabei musste ich aufpassen, dass ich nicht auch reinfiel.
Während Morgan mit dem Moor kämpfte, versuchte ich seine Hand zu erwischen. "Gib mir die Hand!", rief ich und angelte nach seiner Pfote. Das war gar nicht so einfach da er wild damit ruderte. Als ich sie dann doch endlich erwischt hatte, rief ich: "Halt dich gut fest!" Er krallte sich an meine Hand und ich zog ihn mit aller Kraft hinaus. Ich hielt ihn am Arm fest und ging mit ihm ein paar Meter weiter, bis wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten und von dem schmalen Pfad weg waren. Dort angekommen setzten wir uns erschöpft auf den Boden. Morgan war von oben bis unten voll mit Schlamm und irgendwelchem Grünzeugs.
"Das war knapp...", murmelte ich und sah Morgan an.
Er nickte geschockt. "Oh ja. Ich dachte schon: 'Morgan? Jetzt hast du's hinter dir." Nach kurzem Zögern fügte er noch hinzu: "Vielen Dank.."
Ich grinste. "Ich hab doch gesagt, dass ich dich dann rauszieh."
"Und wie gehts jetzt weiter? Ich hab echt keine Lust, zur Moorleiche zu werden", sagte Morgan und seufzte.

.Lestat.

Wir gingen also endlich los, geradewegs auf das Moor zu. Selbst ich hatte so meine Bedenken. Ich konnte zwar im Gegensatz zu Morgan, alles ausgezeichnet sehen, aber trotzdem kannte ich keinen Weg durch das Moor und soviel ich wusste, war es groß, groß. Natürlich glaubte ich nicht daran, was Morgan erzählte. Dass das ganze vielleicht nur eine "Verarschung" ist und das es die Burg gar nicht gibt. Keine Burg, keine Wachen, gar nichts. Aber dennoch hoffte ich, dass er unrecht hatte. Wir gingen ein Stück in den Wald hinein und schon jetzt hatte Morgan Probleme, zurecht zu kommen. Ich konnte das sehr schlecht nachvollziehen und versuchte mich an die Zeit zu erinnern, in der auch ich Probleme gehabt hatte, im dunkeln zu sehen. Doch es gelang mir nicht. Es war schon zu lange her..."Wenn du Hilfe brauchst, sag bescheid!", rief ich ihm zu."Ach was, ich komm schon zurecht. Alles bestens hier", sagte er. Ja, auch Morgan hatte seinen Stolz. Ich grinste und ging weiter. "Da vorne fängt das Moor an! Also pass gut auf, wo du hintrittst!""Okay", murmelte Morgan und sah sich um. Es musste wohl verdammt dunkel hier sein, so wie der glotzte... Neben mir schwirrten ein paar Glühwürmchen herum. "Hey ich hab ne Lichtquelle gefunden!", rief ich Morgan zu. Dieser kam zu mir so schnell er konnte und fragte erwartungsvoll: "Wo? Wo denn?!"Ich zeigte grinsend auf die Glühwürmchen. Morgan sah mich böse an. Ich las seine Gedanken. Dafür handelte er sich einen Schlag gegen den Arm ein. "Aua! Wofür war das?""Du solltest aufpassen, was du denkst", sagte ich und ging weiter. Ich spürte praktisch, wie genervt Morgan nun die Augen verdrehte und musste grinsen."Hier musst du gut aufpassen. Der Weg wird schmaler und rechts von uns, ist das Moor", sagte ich und ging geschickt den schmalen Pfad entlang. Als er zu Ende war, sah ich mich nach Morgan um. Er war gerade bei der Hälfte angekommen. "Alles klar?", rief ich ihm zu."Ja... so halb... Ich kann nur das Gleichgewicht nicht immer so gut ha-". Plötzlich stolperte er über einen Stein, fing sich aber wieder so einigermaßen, verlor dann allerdings das Gleichgewicht und fiel ins Moor hinein. Dabei schrie er erschrocken auf. Ich handelte Blitzschnell, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern und eilte zu ihm. Dabei musste ich aufpassen, dass ich nicht auch reinfiel.Während Morgan mit dem Moor kämpfte, versuchte ich seine Hand zu erwischen. "Gib mir die Hand!", rief ich und angelte nach seiner Pfote. Das war gar nicht so einfach da er wild damit ruderte. Als ich sie dann doch endlich erwischt hatte, rief ich: "Halt dich gut fest!" Er krallte sich an meine Hand und ich zog ihn mit aller Kraft hinaus. Ich hielt ihn am Arm fest und ging mit ihm ein paar Meter weiter, bis wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten und von dem schmalen Pfad weg waren. Dort angekommen setzten wir uns erschöpft auf den Boden. Morgan war von oben bis unten voll mit Schlamm und irgendwelchem Grünzeugs."Das war knapp...", murmelte ich und sah Morgan an.Er nickte geschockt. "Oh ja. Ich dachte schon: 'Morgan? Jetzt hast du's hinter dir." Nach kurzem Zögern fügte er noch hinzu: "Vielen Dank.."Ich grinste. "Ich hab doch gesagt, dass ich dich dann rauszieh.""Und wie gehts jetzt weiter? Ich hab echt keine Lust, zur Moorleiche zu werden", sagte Morgan und seufzte.Wir gingen also endlich los, geradewegs auf das Moor zu. Selbst ich hatte so meine Bedenken. Ich konnte zwar im Gegensatz zu Morgan, alles ausgezeichnet sehen, aber trotzdem kannte ich keinen Weg durch das Moor und soviel ich wusste, war es groß, groß. Natürlich glaubte ich nicht daran, was Morgan erzählte. Dass das ganze vielleicht nur eine "Verarschung" ist und das es die Burg gar nicht gibt. Keine Burg, keine Wachen, gar nichts. Aber dennoch hoffte ich, dass er unrecht hatte. Wir gingen ein Stück in den Wald hinein und schon jetzt hatte Morgan Probleme, zurecht zu kommen. Ich konnte das sehr schlecht nachvollziehen und versuchte mich an die Zeit zu erinnern, in der auch ich Probleme gehabt hatte, im dunkeln zu sehen. Doch es gelang mir nicht. Es war schon zu lange her..."Wenn du Hilfe brauchst, sag bescheid!", rief ich ihm zu."Ach was, ich komm schon zurecht. Alles bestens hier", sagte er. Ja, auch Morgan hatte seinen Stolz. Ich grinste und ging weiter. "Da vorne fängt das Moor an! Also pass gut auf, wo du hintrittst!""Okay", murmelte Morgan und sah sich um. Es musste wohl verdammt dunkel hier sein, so wie der glotzte... Neben mir schwirrten ein paar Glühwürmchen herum. "Hey ich hab ne Lichtquelle gefunden!", rief ich Morgan zu. Dieser kam zu mir so schnell er konnte und fragte erwartungsvoll: "Wo? Wo denn?!"Ich zeigte grinsend auf die Glühwürmchen. Morgan sah mich böse an. Ich las seine Gedanken. Dafür handelte er sich einen Schlag gegen den Arm ein. "Aua! Wofür war das?""Du solltest aufpassen, was du denkst", sagte ich und ging weiter. Ich spürte praktisch, wie genervt Morgan nun die Augen verdrehte und musste grinsen."Hier musst du gut aufpassen. Der Weg wird schmaler und rechts von uns, ist das Moor", sagte ich und ging geschickt den schmalen Pfad entlang. Als er zu Ende war, sah ich mich nach Morgan um. Er war gerade bei der Hälfte angekommen. "Alles klar?", rief ich ihm zu."Ja... so halb... Ich kann nur das Gleichgewicht nicht immer so gut ha-". Plötzlich stolperte er über einen Stein, fing sich aber wieder so einigermaßen, verlor dann allerdings das Gleichgewicht und fiel ins Moor hinein. Dabei schrie er erschrocken auf. Ich handelte Blitzschnell, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern und eilte zu ihm. Dabei musste ich aufpassen, dass ich nicht auch reinfiel.Während Morgan mit dem Moor kämpfte, versuchte ich seine Hand zu erwischen. "Gib mir die Hand!", rief ich und angelte nach seiner Pfote. Das war gar nicht so einfach da er wild damit ruderte. Als ich sie dann doch endlich erwischt hatte, rief ich: "Halt dich gut fest!" Er krallte sich an meine Hand und ich zog ihn mit aller Kraft hinaus. Ich hielt ihn am Arm fest und ging mit ihm ein paar Meter weiter, bis wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten und von dem schmalen Pfad weg waren. Dort angekommen setzten wir uns erschöpft auf den Boden. Morgan war von oben bis unten voll mit Schlamm und irgendwelchem Grünzeugs."Das war knapp...", murmelte ich und sah Morgan an.Er nickte geschockt. "Oh ja. Ich dachte schon: 'Morgan? Jetzt hast du's hinter dir." Nach kurzem Zögern fügte er noch hinzu: "Vielen Dank.."Ich grinste. "Ich hab doch gesagt, dass ich dich dann rauszieh.""Und wie gehts jetzt weiter? Ich hab echt keine Lust, zur Moorleiche zu werden", sagte Morgan und seufzte.

.Lestat.



Dieses bescheuerte Moor. Ich habs ja kommen sehen. Wenn meine Laune einen noch tieferen Punkt erreichen konnte, dann war es in diesem Moment. Meine ganzen Klamotten waren über und über mit diesem schmantigen Zeug, das einen weniger appetitlichen Geruch verströmte, überzogen. Das war nicht nur ein ziemlich widerwärtiges Gefühl, sondern durch die gegenwärtigen Witterungsverhältnisse auch kalt. „Oh man, du willst nicht wissen wie abartig sich das anfühlt“, sagte ich missmutig nachdem Lestat auf meine Frage nur mit den Schultern gezuckt hatte und starrte unentwegt einen Punkt ein paar Zentimeter entfernt von mir auf dem Boden an.
Jedoch wusste Lestat offensichtlich schon, wie sich dieses ekelhafte Zeug am Körper anfühlte. Denn durch seine geistesgegenwärtige Rettungsaktion war er selbst mit einem Fuß ins Moor getreten.
„Sollte es diese Burg wirklich geben“, murmelte ich, „muss man zugeben, dass sie eine verdammt gute Lage hat, wenn da krumme Dinger laufen.“ Ich überlegte kurz. „Vorausgesetzt natürlich, dass es einen sicheren, aber doch versteckten Weg rein und raus gibt.“
Lestat seufzte. „Wir könnten theoretisch nach diesem Weg suchen… Aber wer sagt denn, dass er auch wirklich existiert. Nachher halten wir nach etwas Ausschau, das gar nicht existiert.“ „Stimmt. Sinnloser könnte man seine Zeit nicht verplempern.“
„Eben.“ Lestat schien nun seinerseits nachzudenken. „Wenn wir nur Genaueres darüber wüssten…“
Ich schüttelte mit dem Kopf. „Wer sollte uns denn was Genaueres sagen können? Mit eigenen Augen haben diese unwichtigen Dorfdeppen die Burg wenn dann eh noch nicht gesehen. Und sollte rein zufällig jemand darunter sein, der sie doch gesehen hat oder vielleicht sogar in die Verbechen, die die da angeblich treiben, involviert ist, hält der bestimmt dicht.
Obwohl – Moment mal!“ Ist es das nicht vielleicht? Lestat sah mich aufmerksam an, doch dann schüttelte ich wieder den Kopf. „Nein, das würde nur klappen, wenn wir wüssten an wen wir uns wenden könnten.“
Ich erhielt einen fragenden Blick. Entweder hatte Lestat meinen wirren Gedanken nicht folgen können, oder er hatte es gar nicht versucht.
„Man hätte noch mal dasselbe wie beim Wirt versuchen können“, sagte ich. „Unbestechlich ist keiner.“
Lestat zog eine Augenbraue hoch. „Ach ja?“
„Kein Mensch“, sagte ich verbessernd.
Der Vampir setzte ein genugtuendes Lächeln auf. Dann fragte er: „Und wie schätztest du den Wirt ein? Der weiß nichts mehr?“
Ich verneinte. „Er hat mir alles gesagt, was er wusste und ich glaube nicht, dass er mir etwas verheimlichte.“
Während ich gedankenverloren Lestats Gesicht betrachtete, kam mir plötzlich wieder ein Einfall.
„Ich hab ’ne neue Idee!“, sagte ich. „Du kannst doch die Gedanken von Menschen lesen…“ Lestat verstand offensichtlich worauf ich hinauswollte. „Du meinst ich soll mir ein paar Menschen anschauen und herausfinden, ob sie rein zufällig in dem Moment an eine Burg namens Verdun im Moor denken?“ Der Ton in dem er das sprach, klang pessimistisch. „Ich bezweifle, dass das von Erfolg gekrönt sein wird.“
Ich seufzte. „So sollst du es doch auch gar nicht machen.“
„Aha?“
„Du verwickelst einfach ein paar Leute in ein Gespräch und fragst irgendwas Unscheinbares wie zum Beispiel: ‚Das Moor hier in der Nähe ist aber ganz schön tückisch. Da würde ich nicht hingehen.’ Jemand, der weiß, dass da noch was ist, würde den Begriff ‚Moor’ sofort mit beispielsweise der Burg assoziieren. Ein stinknormaler Stadtbürger würde denken: ‚Das Moor ist ja echt gefährlich’, oder so. Verstehst du, was ich meine?“

.Morgan.

Ich nickte. "Ja, verstehe... Könnte sogar klappen. Dabei darf es allerdings nicht auffallen, dass ich ein Vampir bin.“
„Schon klar. Aber das fällt einem so doch eh nicht auf. Siehst aus wie ein ganz normaler Mensch“, sagte Morgan.
Ich sehe aus wie ein ganz normaler Mensch? – Na super.. Ich grummelte vor mich hin und sah dann in den Himmel. „Wir haben ja noch ein bisschen Zeit. Also könnten wir schon mal mit dem befragen anfangen“, sagte ich.
Morgan nickte. „Okay.“
Wir standen auf und gingen vorsichtig wieder zurück. Als wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten, atmeten wir erleichtert aus. So ein Moor war wirklich verdammt gefährlich. Man sollte es nicht unterschätzen.
Jetzt waren wir zwar total dreckig und stanken wahrscheinlich tierisch, aber dennoch gingen wir ins Dorf zurück und suchten nach einem ganz normalen Bürger. Jetzt waren leider nicht mehr sehr viele Leute auf der Straße, aber an einer Laterne lehnte ein junger Mann mit einem Hut. Morgan und ich gingen auf ihn zu.
„Schönen guten Abend“, sagte ich höflich und sah im genau in die Augen, sodass ich jetzt schon mal seine Gedanken lesen konnte. Was wollen die denn von mir?
„Hallo“, raunte der Mann uns zu.
„Wir wollten uns nur ein bisschen unterhalten. Wir kommen nicht von hier, daher kennen wir uns hier nicht so gut aus, wissen sie?“
Der Mann nickte. „Ja sicher, kann ich gut verstehen. Aber das Dorf hier ist ja nicht sonderlich groß.“
„Das stimmt. Aber außerhalb des Dorfes muss man schon ganz schön aufpassen. Beinahe wären wir vorhin geradewegs in ein Moor spaziert!“, sagte ich aufgeregt und sah dem Kerl in die Augen.
In ein Moor? Wo ist denn hier bitteschön ein Moor? Das wüsste ich aber…
Dann musterte uns der Kerl von oben bis unten und warf uns einen Blick zu, als wolle er sagen: ‚Beinahe? Sieht ganz so aus als wärt ihr darin schwimmen gegangen.’
Ich sah Morgan an und schüttelte unauffällig den Kopf. Er verstand und sagte: „So dann werden wir uns hier wohl noch ein bisschen umsehen. Bis dann!“
Der Mann griff sich an den Hut und sagte: „Auf Wiedersehen.“
Morgan und ich gingen ein paar Schritte weiter. „Und? Was hat er gedacht?“, fragte Morgan gespannt.
„Ach der Idiot hat sich bloß gefragt, wo denn hier ein Moor ist“, sagte ich und verdrehte die Augen.
Diese nutzlosen Menschen. Sind wirklich zu nichts zu gebrauchen. Es ist traurig, aber wahr.
Dann entdeckte ich einen älteren Mann der gerade in ein Haus gehen wollte. Ich ging auf ihn zu. „Vielleicht weiß der ja was“, murmelte ich. Morgan ging mir hinterher und stellte sich neben mich.
„Guten Abend“, sagten wir. Der Mann sah uns lächelnd an. „Schönen guten Abend. Kann ich euch helfen?“
„Eigentlich wollten wir uns nur ein wenig unterhalten. Wir kommen nicht von hier und wollten sie fragen, ob sie uns ein bisschen über das Dorf erzählen könnten und vielleicht auch ein bisschen außerhalb vom Dorf?“ Ich sah ihm genau in die Augen, während ich mit ihm redete. Na und ob ich das kann. Sehr schön, endlich habe ich jemanden gefunden, mit dem ich mich mal ein bisschen unterhalten kann.
„Oh, sicher doch. Kommt doch mit rein“, sagte er und schloss die Tür auf. Bevor wir etwas sagen konnte, hatte er uns schon hinein geschoben. Er bat uns einen Tee an und wir setzten uns aufs Sofa. Dann fing er auch schon an, zu erzählen. Von der ganzen Geschichte des Dorfes, der Umgebung, den Menschen hier… Einfach allem, nur nichts von einer Burg oder dem Moor. Darum beschloss ich, ein bisschen nachzuhaken.
„Wir haben von einem Moor gehört, dass sehr gefährlich sein soll. Wissen sie etwas darüber?“ Ich sah den Mann an. Das Moor… Oh ja und ob ich etwas darüber weiß…
„Ja, es gibt hier ein Moor. Ich rate auch davon ab, dort hinzugehen, es ist gefährlich, sehr gefährlich!“
„Warum ist es so gefährlich? Was verbirgt sich hinter dem Moor?“, fragte Morgan. Jetzt wollte er es genau wissen…
Der Mann beugte sich näher zu uns und flüsterte: „Hinter dem Moor, soll sich eine riesengroße Burg befinden. Bisher hat sie niemand mit eigenen Augen gesehen, aber es wird erzählt, dass dort unheimliche Kreaturen ihr Unwesen treiben. Das Moor hält alle davon ab, dort hinzugehen. Es haben schon einige versucht, aber die sind niemals zurückgekehrt…“
Wir hörten aufmerksam zu und ich las seine Gedanken, um mehr rauszubekommen. Verflucht ist dieses Moor! Ganz sicher… Ich werde dort niemals hingehen. Nein, da bringen mich keine zehn Pferde hin!
„Aber es könnte doch möglich sein, dass es noch einen anderen Weg gibt, der zu dieser Burg führt“, sagte ich.
„Ja es soll einen geben. Der alte Mr. Hanks meint, er wär schon einmal auf dieser Burg gewesen! Er meint den Weg zu kennen, doch er will ihn nicht sagen. Meiner Meinung nach, hat der Typ sie eh nicht mehr alle. Der ist doch total neben der Spur und ich glaube ihm kein Wort, was er erzählt! Denn er erzählt viel wenn der Tag lang ist“, sagte der Mann und schüttelte den Kopf. Dann fügte er hinzu: „Außerdem, wenn er wirklich schon einmal dort war, warum will er uns dann den Weg nicht sagen? Ganz einfach: Weil er ihn gar nicht kennt! Der spinnt sich das ganze doch nur zusammen.“
„Wo finden wir diesen Mr. Hanks?“, fragte Morgan.
„Oh, der wohnt ziemlich außerhalb. Er will mit niemandem etwas zu tun haben und ist nur selten hier im Dorf. Wenn ihr bis ganz durch das Dorf geht, kommt ihr in einen Wald. Dort müsst ihr ein Stückchen laufen bis irgendwann ein Weg links reingeht. Den geht ihr rein und lauft dort weiter, bis ihr ein kleines Haus seht. Dort wohnt der alte Mr. Hanks“, erklärte der Mann.
Ich las erneut seine Gedanken. Von mir aus, geht doch zum alten Hank, aber erwartet nicht viel. Der alte Mann spinnt doch total. Aus ihm werdet ihr eh nichts rausbekommen. Und überhaupt: Warum wollen die zu dieser Burg, die es ja eigentlich gar nicht gibt, gelangen? Das ist doch bloß eine Sage und ich glaube nicht, dass es sie wirklich gibt.
„Danke“, sagte ich und stand auf. „Wir müssen jetzt weiter.“
„Okay, kommt doch bald mal wieder auf ein Schwätzchen vorbei“, sagte der Mann und begleitete uns zur Tür.
Wir nickten und entfernten uns mit schnellen Schritten vom Haus.
„Sehr gut, ich schlage vor wir schauen morgen mal bei diesem Mr. Hanks vorbei“, sagte ich zufrieden.
Morgan nickte. „Ja, da bin ich ja mal gespannt.“ Dann fügte er hinzu: „Was hat der Typ eigentlich so gedacht?“
„Ach nur unwichtiges Zeug. Er denkt dass das mit der Burg nur eine Sage ist und dass wir aus dem Mr. Hank nicht viel rausbekommen werden. Dieser Hank scheint wirklich nicht ganz dicht zu sein. Hoffentlich kann der uns wirklich weiterhelfen. Wenn nicht, wird er schon sehen was er davon hat“, sagte ich.
Dann machten Morgan und ich uns auf den Weg, zurück zum Schloss…

 

.Lestat.

 



„Wenn du mich fragst, klingt dieser Hank verdammt nach einem senilen Schwachkopf mit Aufmerksamkeitsdefizit“, sagte ich feststellend. „Wenn die vom Staat bei uns in Montana nach ’nem Mörder oder so suchen, erklären sich meistens mindestens zehn verrückte Leute für schuldig, die sich allein einbilden, dass sie das Verbrechen begangen hätten.“ „Ah ja.“ Klingt ja sehr begeistert. Sag ich halt nichts mehr.
Es dauerte nicht mehr lange und wir erreichten das Schloss. Nachdem wir es betreten hatten und Lestat mich zu meinem Zimmer geführt hatte (Ja, ich wusste immer noch nicht, wo es war.), fiel mir ein Problem auf.
„Gibt’s hier eigentlich irgendwo einen Fluss oder See oder so?“, fragte ich. „Ich würde mich ganz gerne mal waschen…“ Lestats abschätziger Blick schien mich stumm in diesem Vorhaben zu bekräftigen. „Ja, gibt es. Und wenn du mal deine Augen aufmachen würdest, wäre der Bach dir auch schon aufgefallen“, sagte er auf seine gewohnt freundliche Art. „Wenn du das Schloss verlässt, gehst du einfach ein Stück ostwärts. Normalerweise ist er kaum zu verfehlen.“
Mit diesen Worten drehte Lestat sich um und ging auf die Tür zu.
„Äh, Lestat?“
Er wandte sich noch einmal genervt mir zu. „Was?“ Sein Tonfall klang gereizt. Ich sah an mir hinunter. „Ich kann die Sachen in diesem Zustand nicht mehr tragen.“
„Gut zu wissen. Ich wünsche dir einen angenehmen Schlaf und geh dann mal –“
„Lestat?“
Der Vampir, der sich soeben wieder davonmachen wollte, verharrte erneut.
Ich bemühte mich um einen einigermaßen freundlichen Tonfall. „Vielleicht kannst du mir ja solange was von dir leihen, bis die Sachen getrocknet sind… Wäre wirklich sehr aufmerksam von dir.“
Lestat verdrehte die Augen. „Ich dachte du hättest was gegen meine Kleidung.“
Deine?
„Hab ich nie gesagt.“
„Du hast es aber gedacht.“ Sein Blick wies mich unmissverständlich darauf hin: Vergiss nicht, mit wem du es zu tun hast.
Ich seufzte. „Das zählt nicht. Was hättest du denn an meiner Stelle gemacht?“
Lestat zuckte mit den Schultern.
„Also was ist jetzt?“
Der Vampir schien unschlüssig.
„Komm schon.“ Man kann sich natürlich auch anstellen.
Nach einem offensichtlichen Kampf mit sich selbst, konnte Lestat sich zu einem „Na gut.“ durchringen. „Warte hier, ich hol was.“
Mach das. Hoffentlich hat der auch was anderes im Angebot als diese Snobfetzen. Den Gedanken zu lesen, war Lestat nicht in der Lage, da er in dem Moment schon durch die Tür verschwunden war.
Ich setzte mich in der Zwischenzeit aufs Bett ohne davon Notiz zu nehmen, dass ich es auf diese Weise völlig verdreckte. Entgeistert starrte ich die Wand an und wartete auf Lestats Rückkehr.
Eine leichte Müdigkeit überkam mich und ich wäre beinahe im Sitzen eingenickt, denn Lestat ließ sich ziemlich lange Zeit mit dem Zurückkommen.
Mein Zeitgefühl verriet mir, dass es mindestens eine Stunde gedauert hatte.
Als der Vampir den Raum wieder betrat, sah er sichtlich mitgenommener aus, als noch vor dieser Stunde. Ich vermutete, dass es daran lag, dass dies eine Tageszeit war, zu der die Blutsauger normalerweise schon schliefen.
„Das ging ja schnell“, sagte ich anerkennend.
Lestat warf mir nur einen vernichtenden Blick und ein paar Klamotten zu. „Ich hatte noch ein Konversation mit Armand zu führen“, sagte er.
Meine Faust würde mit deinem Gesicht auch gerne mal ’ne Konversation führen, dachte ich genervt. Lestat schien diesen Gedanken entweder übersehen oder übergangen zu sein.
„Wir sehen uns später“, sagte er nur noch, bevor er den Raum wieder verließ und mich alleine zurückließ.
Ich beschloss sogleich den Bach aufzusuchen, um mich und meine Klamotten dort zu waschen…
…Eine Weile später kam ich wieder rauf zum Schloss. Es dauerte sogar nur ungefähr zwanzig Minuten und sieben falsch geöffnete Türen an, bis ich mein Zimmer gefunden hatte.
Meine nassen Sachen hatte ich draußen vor dem Schloss in die Sonne gelegt, in der Hoffnung sie würden bis zum Abend getrocknet sein. Denn in ‚Lestats’ Klamotten fühlte ich mich mehr als unwohl.
Ich war mir ziemlich sicher, dass er mit Absicht seine geschmacklosesten Fetzen rausgesucht hatte, um mich zu ärgern. Na, was solls…
Ich legte mich aufs Bett, denn mittlerweile war ich wirklich müde und ohne mir lange Gedanken über Mr. Hanks oder meine momentane, bizarre Lebenslage machen zu können, schlief ich ein…

.Morgan.

 




Ich ging langsam die Treppen hinunter zu meiner Gruft und gähnte. Was für ein Tag...
Dann legte ich mich in meinen Sarg und dachte nach - mal wieder.
Also gut, dann halt morgen zu diesem Mr. Hanks. Da bin ich ja wirklich mal gespannt... Und wehe wir finden wirklich nur so einen alten, verrückten Mann vor, der sich das ganze nur zusammen spinnt und meint, uns auf den Arm nehmen zu können. Dann kann er aber was erleben!
Mit diesen Gedanken, schlief ich irgendwann ein...

Am nächsten Tag, bzw. in der nächsten Nacht, wachte ich mit einem ziemlichen Hunger auf. Na ja, ich werde schon noch gelegenheit haben, meinen Hunger zu stillen... Ich grinste und stand auf.
Vor Morgans Zimmer blieb ich stehen und lauschte. Man konnte ihn tatsächlich bis draußen vor der Tür schnarchen hören.. Ungeheuerlich. Dann klopfte ich an und betrat sein Zimmer.
Es störte ihn nicht im geringsten, dass ich so laut geklopft hatte und nun genau vor ihm stand. Daher tippte ich ihm fest auf die Schulter und sagte: "Aufstehn! Wir müssen los."
Morgan war mit einem mal hellwach und setzte sich auf. Er rieb sich müde die Augen und gähnte. Ich schüttelte bloß den Kopf. Menschen... Typisch Menschen. Verschlafen einfach die Nächte. Man darf in der Nacht nicht schlafen, dafür ist sie viel zu schön und zu wertvoll... Warum begreifen die Menschen das nicht?
"Morgen", murmelte Morgan und streckte sich.
"Nacht", antwortete ich und musterte ihn von oben bis unten. Ein Mensch in meinen Klamotten. Kein schöner Anblick.
"Also, bist du fertig?", fragte ich.
Morgan schüttelte den Kopf und erklärte, dass er sich erstmal wieder seine Klamotten anziehen wollte. Na gut, meinetwegen.
Ich wartete also vor seinem Zimmer, bis er sich fertig umgezogen hatte. Dann konnten wir endlich los.
"Also wir müssen also wieder bis in das Dorf da hinten und dann weiter durch, bis in den Wald?", fragte Morgan.
Ich nickte. "Ja."
Als wir in "unserem" Dorf waren, beschloss ich einen kleinen Snack zu nehmen und saugte ein paar Menschen aus. Morgan sah mir noch immer total geschockt dabei zu. Als ich ihn fragend ansah, murmelte er bloß: "Jaja, ich weiß, ich soll mich dran gewöhnen." Ich nickte zufrieden und wir gingen weiter.
Wir waren nun bereits im anderen Dorf angekommen und gingen immer weiter durch, bis wir in einen Wald kamen.
"Mir kam das gestern alles gar nicht so weit vor", sagte Morgan und blieb kurz stehen.
Ich hielt ebenfalls an. "Mir eigentlich auch nicht, wenn ich ehrlich sein soll. Aber na ja, wir müssen ja bald da sein."
Wir gingen noch ein paar Meter weiter, als wir einen Pfad entdeckten, der links reinging. "Hier müsste es sein", sagte ich und bog ab. Wir gingen immer weiter und weiter, aber es sah nicht wirklich so aus, als würde hier jemand wohnen.
"Ob wir hier wirklich richtig sind?", fragte Morgan und sah sich um.
"Müsste doch eigentlich...", murmelte ich nachdenklich und sah mich ebenfalls um. Das einzige was man sah, war der Wald. Nur Bäume, Äste, Sträucher... Aber weit und breit kein Haus oder sonst was.
Wir liefen trotzdem weiter. Irgendwann hatte ich das Gefühl, als würde ein blasse Lichtschein durch die Bäume kommen. "Siehst du das auch?", fragte ich Morgan und ging weiter.
"Was?"
"Da vorne! Da ist Licht. Also auch bestimmt ein Haus", sagte ich und zeigte in die Richtung.
Jetzt sah Morgan es auch. "Stimmt. Also sind wir doch richtig", sagte er zufrieden.
Wir gingen langsam auf das Haus zu. Es war ein kleines Haus, dass wirklich total außerhalb vom Dorf lag.

.Lestat.

Auf eine seltsame Art und Weise kam mir diese Umgebung bekannt vor. Mit Sicherheit, Wälder waren sowieso nie Gebiete gewesen, die ich gemieden hatte, doch diese Vertrautheit mit diesem Ort war irgendwie anders. Es war für mich selbst unerklärlich, allerdings wollte ich es nicht ansprechen.
Allein schon aus dem Grunde, weil wir uns gerade auf den Wohnsitz des sagenumwobenen Mr. Hanks zubewegten.
Ich ging mit eher zurückhaltenden Schritten darauf zu. Das lag zum einen daran, dass ich mir nicht sonderlich viel von dieser Begegnung versprach. Andererseits aber auch daran, dass dieser Ort mir aus rätselhaften Gründen nicht ganz geheuer war.
Lestat merkte nichts von meinem Zögern (oder er ignorierte es); stattdessen ging er mit zielstrebigen Schritten auf die kleine Hütte zu. Sie bestand aus altem, verwitterten Holz und machte auf mich einen sehr instabilen Eindruck.
An und für sich hatte ich das Gefühl, dass in diesem Gebiet alles auf irgendeine Weise alt und versifft war.
Meine Gedanken schweiften ab, in Erinnerungen an die letzten Tage. Die Menschen hier waren wie fast überall sehr arm. Das führte mir doch stark meine Kindheit vor Augen.
Abgesehen von Lestat und Armand war hier niemand etwas wohlhabender – wobei ich mir nicht ganz sicher war, ob ich Lestat und Armand nun wirklich als wohlhabend bezeichnen konnte.
Normalerweise waren die Unterschiede zwischen arm und reich in jeder Stadt gut erkennbar. Aber hier schien es tatsächlich nur arme Viertel zu geben.
Ich fragte mich, woran das wohl liegen mochte und stellte sofort, ohne es zu beabsichtigen, eine Verbindung zu der vermeintlichen Banditenhochburg her. Vielleicht sorgten die kriminellen Machenschaften von diesen Leuten für so große Wirtschaftsschäden, dass beinahe die gesamte Bevölkerung in der Umgebung darunter zu leiden hatte… Vielleicht sogar ohne, dass sie es wissen?
Ich schüttelte den Kopf. Du denkst in letzter Zeit definitiv zu viel nach, Morgan!, sagte ich mir und wischte die Gedanken fort.
In einem kleinen Abstand folgte ich Lestat und blieb schließlich etwas entfernt hinter ihm stehen, während er schon vor der Tür stand und anklopfte.
Es dauerte tatsächlich nicht lange bis ein gebeugter Mann sie öffnete. Beim Aufschieben knarrte die Tür aus morschem Holz seltsamerweise. Durch die Feuchtigkeit hätte ein solches Geräusch eigentlich nicht entstehen dürfen.
Ich betrachtete Hanks von oben bis unten. Er schien ungefähr fünfundvierzig Jahre alt zu sein; ein Alter in dem man eigentlich noch nicht in einer Körperhaltung wie der eines Greises herumlaufen dürfte.
Sein Haar war bereits teilweise ergraut und sein Gesicht durchzogen einige Falten; darunter auch Narben, wie ich bei genauerem Betrachten erkennen konnte.
Ich wusste nicht genau, in was für eine Schublade ich den Kerl nach dem ersten Eindruck stecken sollte. Einerseits schien er für sein eigentliches Alter schon sehr gebrechlich, andererseits hatte sein Blick etwas Berechnendes. Ich nahm mir vor, weiter darauf zu achten. „Wer seid ihr? Was wollt ihr?“, fragte er mit einer rauen Stimme, die nur von einem passionierten Raucher stammen konnte.
Einen besonders redseligen Eindruck machte er auf mich jetzt nicht gerade. Das hatte sich bei dem Typen im Dorf irgendwie anders angehört.
Jedenfalls übernahm Lestat den Part der Antwort, „Guten Abend, werter Herr“, sagte er höflich. „Wir hoffen Euch nicht bei der nächtlichen Ruhe gestört zu haben.“
Spinner.
Aber das wäre natürlich eine mögliche Begründung, weswegen der „werte Herr“ uns so griesgrämig anstarrt.
Wahrscheinlich hatten wir ihn soeben unsanft geweckt.
Der Mann zuckte mit den Schultern. Das sah Lestat als Erlaubnis zum Fortfahren…

.Morgan.