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 Das Arkanum #2

Ich lächelte betrübt. "Das fragst du eindeutig den Falschen. Ich habe keine Ahnung was das alles hier zu bedeuten hat", sagte ich ehrlich und blickte angestrengt in den Mond, so als würde sich mir dadurch die Antwort auf dieses seltsame Geschehen offenbaren. Logischerweise tat sich nichts.
"Woher kommst du?", fragte ich Lestat nun, ließ ihm jedoch keine Zeit zum Antworten. "Ich meinerseits bin aus Montana und allein die Tatsache, dass dieser Argon ein Treffen in South Dakota anordnete, hat mich verwirrt."
Es wollte sich mir immer noch keine plausible Erklärung dafür erschließen, welchen Grund das Ganze hier hatte.
Ich merkte, wie Lestat mich aus seinen funkelnden Augen durchdringend anstarrte. Allgemein war das etwas, was ihn für mich auf eine gewisse Weise abstoßend erscheinen ließ. So einen direkten Blick war man von den meisten Menschen nicht gewohnt, die es meist vorzogen, einem nicht direkt in die Augen zu sehen. Viele haben ja auch etwas zu verbergen, und ... dieser Vampir weiß alles was du denkst. Warum rede ich überhaupt mit dem? Trotz der bizarren Situation war mir mein seltsamer Humor nicht abhanden gekommen und ich musste stumm grinsen. An dem leicht amüsierten Gesichtsausdruck des Vampirs erkannte ich genau, dass er wusste, was ich soeben gedacht hatte. Zwar schien vorerst keine Gefahr von ihm auszugehen. Dennoch bereitete es mir mehr als nur ein bisschen Unbehagen, dass er wusste was ich dachte.
Meine Gedanken schweiften wieder zum eigentlich Wichtigen zurück - dem Brief, dessen Urheber, und was er zu bedeuten hatte.
"Dieses Schreiben", begann ich. "Es bereitet mir Kopfzerbrechen. Welche Parallelen mag es zwischen uns geben, sodass wir es beide bekommen haben? Was verbindet uns?"

.Morgan.

 

 

"Den Ort wo ich herkomme, wirst du sicher nicht kennen. Ich lebe auf einem Schloss. Es liegt ganz in der Nähe von dieser Lichtung, ziemlich abseits, auf einem großen Berg. Niemand kennt dieses Schloss und so soll es auch bleiben..."
Ich musterte Morgan erneut von oben bis unten.
"Ich wüsste nichts, was uns verbinden könnte... Ich habe keine Ahnung was es mit diesem Brief auf sich hat - was das ganze hier soll. Aber irgendeinen Grund muss es ja haben."
Ich sah Morgan tief und durchdringend in die Augen, las seine Gedanken und vollendete seinen gedachten Satz: "...müssen wir herausfinden. - Richtig."
An Morgans Gesichtsausdruck konnte ich erkennen, dass er sichtlich erstaunt darüber war, dass ich haargenau wusste was er gerade gedacht hatte. Daran musste er sich wohl in Zukunft gewöhnen.
"Soweit so gut", murmelte ich, setzte mich auf den Boden und lehnte mich gegen einen großen Felsbrocken. "Wie gehts jetzt weiter?", fragte ich Morgan nach einer Zeit. Ich hatte keine Lust, hier ewig rumzuhängen und zu warten das irgendetwas geschah. Meinen Nachtbedarf an Blut hatte ich auch noch nicht ganz gedeckt. Doch ich wusste genau das ich nicht in versuchung kommen durfte, Morgan anzugreifen.

.Lestat.

 

 

Mir gefiel der Gesichtsausdruck mit dem Morgan mich ansah garnicht. Er sah so.. hungrig aus. Mein Blick signalisierte ihm unmissverständlich: Denk nichtmal dran! Ohne mir wirklich bewusst darüber zu werden, legte sich meine rechte Hand auf den Griff meines Dolches. Sie zog ihn nicht, aber es gab mir sinnloserweise ein beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass ich eine Waffe hatte. Mit der ich mich zwar notfalls nicht wirklich verteidigen könnte - aber hey! Es ist immerhin eine Waffe!
Bevor ich Lestat auf seine Frage antwortete, sagte ich: "Hör auf damit." Ich ließ offen was genau ich jetzt damit meinte, ob es nun das Gedankenlesen Lestats war, oder dieser seltsame Blick, der ein Gefühl von Unsicherheit in mir auslöste. "Also... Wenn wir uns jetzt wieder trennen würden... So als wäre nichts geschehen", begann ich, "würde mir die Sache keine Ruhe lassen. Wir müssen handeln." Nur wie? Wir schwiegen eine kurze Weile. "Ich habe mir überlegt", murmelte ich schließlich leise und kaum verständlich, doch ich war mir sicher, dass Lestat mich deutlich vernahm, "dass wir vielleicht...," ich rang nach den richtigen Worten, "nun, dass es zwischen uns vielleicht eine gewisse Verwandtschaft gibt." - "Auch wenn ich es natürlich für unwahrscheinlich halte", fügte ich rasch hinzu und sah Lestat erwartungsvoll an, wie er darauf reagieren würde.

.Morgan.

 

 

"Eine Verwandtschaft? - Wir beide?" Ich lachte laut auf. "Das glaube ich nicht." Ich überlegte kurz. "Obwohl... Wie heißt es so schön? 'Sag niemals nie'..."
Ich stand auf und ging um Morgan herum. "Lass den Dolch da wo er ist, er wird dir nicht viel bringen. Du kannst mich weder verletzen, noch töten", sagte ich und setzte mich wieder zurück auf den Boden.
"Erzähl mir etwas von dir. Von deiner Familie, deinem Leben...", bat ich ihn. Nach kurzem zögern fügte ich hinzu: "Ich werde dir über mein früheres Leben jedoch nicht viel erzählen können. Ich kann mich nicht mehr erinnern... Nur noch an vereinzelte Sachen, die allerdings nicht von großer Bedeutung sind." Ich merkte, wie ich krampfhaft versuchte mich an die alten Zeiten zu erinnern. Doch das war schon so viele Jahre her...
Vielleicht fällt mir ja was ein, wenn dieser Morgan etwas erzählt. Sollte es wirklich eine solche Verbindung wie z.B. Verwandtschaft zwischen uns geben, dann könnte ich mich ja vielleicht erinnern. Ich hoffte es sogar sehr...

.Lestat.

 

 

Wie alt musste der Typ sein, wenn der sich nicht mehr an seine Vergangenheit erinnern konnte? Ich schüttelte fassungslos den Kopf. Das war doch nicht normal. Natürlich ist das nicht normal, flüsterte mir die Stimme, die sich Verstand nannte, in meinem Kopf. Nichts geht hier mit rechten Dingen zu, vergiss das nicht... Die mahnende Stimme konnte mich jedoch nicht davon abhalten auf Lestats Frage zu antworten. Bevor ich dies jedoch tat, ging ich ein paar Schritte auf die Lichtung. Wir hatten immer noch im Schutz der Bäume, die sie umrahmten, gestanden, die das Mondlicht nur mäßig durchließen. Als ich an Lestat vorbei ging, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Jeder andere Ort dieser Welt wäre mir lieber, als diese verfluchte Lichtung der Seligen hier. Ich fröstelte und wandte mich wieder zu Lestat um. Wie kannst du nur so naiv sein, und ihm den Rücken zudrehen?, kam es tadelnd von meinem Verstand, den ich nicht hindern konnte mich zu verunsichern, auch wenn ich es mit Sicherheit getan hätte, stünde mir die Möglichkeit dazu offen.
Ich wusste nicht, ob mir wegen der abnehmenden Temperatur so kalt war, oder ob es an Lestats Anwesenheit lag. Auf jeden Fall nahm ich meine Schultertasche herunter, holte meinen Umhang heraus, und legte ihn mir um. Dabei war ich stets darauf bedacht, Lestat nicht aus den Augen zu lassen. Toll, da hab ich mich jetzt wieder erfolgreich verunsichert.
Nachdem ich mir die Tasche wieder umgehängt hatte, setzte ich endlich zu einer Antwort an: "Ehrlich gesagt... Es gibt nicht viel zu erzählen. Meine Familie kommt wie ich aus Montana. Sie sind alle arm und unbedeutend", erzählte ich fast gleichgültig und zuckte mit den Schultern. So wie ich, fügte ich in Gedanken hinzu. Schon einen Augenblick später hoffte ich, dass Lestat genau in dieser Sekunde nicht meine Gedanken verfolgt hatte.
"Das war auch etwas, was mich verwundert hatte... Ich bezweifel, dass jemals jemand aus meiner Familie in seinem Leben mehr als diese zwei Goldstücke besessen hatte, die dem Schreiben beigelegt worden waren." Ich seufzte. "Aber.. So viel weiß ich über meine Verwandtschaft auch nicht. Waren wohl genauso unwichtig wie der Rest..." Mehr konnte und wollte ich nicht zu dem Thema sagen. Ich wollte mir zwar einreden, dass meine Familie mir egal war, doch jetzt, wo ich das Thema nach einigen Jahren wieder aufrollte, merkte ich schon, wie es mir einen Stich versetzte. Schweigend sah ich Lestat an.

.Morgan.

 

 

Ich sah Morgan ratlos an. "Wenn ich bloß wüsste, ob meine damalige Familie auch arm gewesen war..." Ich überlegte und überlegte...
"Ich weiß nur, dass ich einmal eine Frau hatte. Aber sie ist...", ich kniff die Augen zusammen, "... Ach ist ja auch egal. Das ist nicht wichtig." Ich stand auf. Mein Blick schweifte durch den Wald, über die Lichtung und dann zu Morgan. Ich ging ebenfalls ein paar Schritte auf die Lichtung, neben Morgan. Er hatte seinen Umhang angezogen.. Warum ist ihm kalt? Hat es etwas mit mir zu tun? Schon oft haben die Menschen gezittert, wenn ich in ihrer Nähe war. Nicht vor Angst, denn sie hatten mich ja noch nicht gesehen... Na ja, vielleicht ist es ja wirklich kalt hier draußen, um diese Uhrzeit. Ich kann es nicht fühlen...
Plötzlich hatte ich eine Idee: "Moment mal! Das könnte es doch sein... - Ich lebe schon ziemlich lange als Vampir. Genau genommen bald über 500 Jahre lang". Ich beobachtete, wie sich Morgans Augen erneut weiteten. Dann fuhr ich fort: "Es könnte doch sein, dass meine Vorfahren etwas mit deiner Familie zu tun haben könnten. Oder vielleicht sogar mit dir?" Ich war über meine eigenen Gedanken ein wenig verwirrt. Das ganze war einfach viel zu Verwirrend! "Wenn ich mich bloß erinnern könnte!", sagte ich und schüttelte verärgert den Kopf.
"Na ja", murmelte ich schließlich leise, "Wir müssen ja auch nicht gleich Verwandt sein. Fest steht, dass wir irgendeinen Draht zueinander haben." Nur welchen?

.Lestat.

 

 

Oh - mein - Gott! Oh mein Gott, oh mein Gott.. Das darf nicht wahr sein! Dieser Kerl konnte unmöglich 500 Jahre alt sein.
Doch die Gestalt, die da ein paar Schritte von mir entfernt stand, zeugte von etwas Anderem. Der kann keine dreißig sein. - Kann er wohl. - Niemals! - Klar, verschließ die Augen vor der Wahrheit. Ich schloss kurz die Augen. 'Hör auf dich verrückt zu machen', sagte ich zu mir selbst. 'Das alles ist sowieso schon verwirrend genug.'
"Und du kannst dich wirklich nicht an Weiteres erinnern?", hakte ich nach, seine Aussage ignorierend. Entweder leidet er an Alzheimer - was bei dem Alter ja auch kein Wunder wär - oder er will mir einfach nichts über seine Vergangenheit erzählen. Ich sah ihm prüfend ins Gesicht, so als ob ich dann auch erkennen könnte, was er gerade dachte. Klappt ja toll...
Lestat sah mich leicht verstimmt an, so als könnte er es nicht fassen, dass ich seine Aussagen in Frage stellte und ich zuckte nur mit den Schultern.
"Wie gesagt, ich weiß nichts über meine weitere Familie. Genausoviel wie ich über deine Familie weiß. Was waren das denn für welche? Waren sie bedeutend in irgendeiner Hinsicht? Gibt es vielleicht noch alte Dokumente, Stammbäume oder so etwas?"

.Morgan.

 

 

"Nein, ich weiß es einfach nicht mehr.. Es ist schon so lange her." Ich schüttelte traurig den Kopf und versank einen Moment lang in gedanken.
"Mein Vater... ihm gehört ein... ein Feld, glaub ich. Vielleicht war er Bauer? Ich kann mich einfach nicht mehr erinnern!", rief ich verzweifelt. Jetzt wurde es mir erst richtig bewusst, wie wenig ich von meiner damaligen Familie noch wusste...
Verdammt... Denk nach Lestat, denk nach!
"Ich denke, meine Familie war ebenfalls arm. Bauern halt", murmelte ich leise und schaute in den Himmel. "Stammbäume? Alte Dokumente? Ich wüsste nicht, wo die sein sollten. Früher habe ich hier ganz in der Nähe gelebt, in einem kleinen Dorf."
Ich überlegte einen kurzen Moment. Ja, daran erinnere ich mich noch... In diesem kleinen Dorf, da waren doch alle arm! Es gab dort keine Reichen Leute.. Ich nickte. "Ja, auch meine Familie war arm - arm und unbedeutend", sagte ich entschlossen und sah Morgan an.

.Lestat.

 

 

Mein Blick wanderte von Lestats Gesicht zu seiner Kleidung und wieder zurück. "So siehst Du aber nicht gerade aus", sagte ich und eine Spur der Anklange schwang in meiner Stimme mit, auch wenn ich es nicht beabsichtigte. Aber der Kerl muss ja auch genügend andere Gelegenheiten gehabt haben, um sich Klamotten zu beschaffen, dachte ich und erschauderte bei dem Gedanken, auf welche Weise er das gemacht haben muss.
"Einem Dorf? Ganz hier in der Nähe?" Ich wurde hellhörig und nahm kaum wahr, dass die Nacht bereits so weit herangeschritten war, dass der Himmel langsam wieder begann sich hell zu verfärben. Es würde zwar noch mindestens eine Stunde bis Sonnenaufgang dauern, doch der Himmel kündete dieses Ereignis, das sich jedem Tag aufs Neue wiederholte, bereits an. Vielleicht konnte Lestat sich an weiteres erinnern, wenn er den Ort, an dem er aufwuchs, wieder vor Augen hatte. Das könnte es sein!
Ich teilte Lestat meine Gedanken mit und sah ihn erwartungsvoll an. Er jedoch schien mich garnicht gehört zu haben und sah an mir vorbei in den Himmel.
"Was ist los?"

.Morgan.

 

 

Ich lächelte. "Du willst auch gar nicht wissen, auf welche Weise ich mir solch' teure Kleider zugelegt habe. Ich kann alles haben was ich möchte, glaub mir."
Dann sah ich in den Himmel. In ca. einer Stunde würde die Sonne aufgehen. Ich musste also bald wieder zurück aufs Schloss, in meinen Sarg. Wenn die Sonner ersteinmal aufging, hatte ich keine Chance mehr. Ich musste das Sonnenlicht meiden.
"Gleich ist es soweit, ich muss gehen. Wie du vielleicht weißt ist es besser, wenn Vampire das Sonnenlicht meiden. Es bekommt uns nicht so gut, weißt du?"
Nach ein paar Minuten sagte ich: "Ich muss jetzt gehen. Ich schlage vor, wir treffen uns kommende Nacht wieder. Gleicher Ort - Gleiche Zeit. Dann können wir das ganze noch einmal genau durchdenken. Einverstanden?"

.Lestat.

 

 

Ein Teil in mir verspürte plötzlich das unerklärliche Bedürfnis, Lestat mitten auf der Lichtung festzubinden, sich ein Stück davon entfernt ins Gras zu hocken, und auf den Sonnenaufgang zu warten, um zu sehen, was dann geschehen würde. Der andere Teil erklärte mich nun für vollkommen übergeschnappt. Wenn das hier alles vorbei ist, werde ich es zweifelsohne sein... Immer noch tat sich in mir die vage Hoffnung auf, dass das alles hier nur ein böser Traum sei. Ein Albtraum, aus dem es irgendwann ein Erwachen geben würde. Und mit ihm die Gewissheit, dass das alles nur die Erdichtung einer angeregten Phantasie war. Doch es ist alles zu echt, dachte ich verzweifelt. Alles ist viel zu realistisch, als dass es ein Traum hätte sein können... "... Einverstanden?" Ich merkte, wie Lestat mich fragend anblickte und schrak aus meinen Gedanken hoch. "Ich - Entschuldige." Ich starrte resigniert auf den Boden. "Ich habe dir grad nicht zugehört."
Lestat machte einen leicht genervten Eindruck und wiederholte seine Worte.
Ich schüttelte langsam den Kopf. "Hatte ich nicht erwähnt, dass ich nicht von hier komme? Was soll ich denn in der Zwischenzeit machen?" Meine Begeisterung darüber, einen ganzen Tag in dieser Einöde alleine totschlagen zu müssen, hielt sich stark begrenzt. Und Lust darauf, die restliche Zeit bis zum Morgengrauen, das ja offensichtlich nicht mehr lange auf sie warten ließ, in diesem Waldstück schlafend zu verbringen, hatte ich auch eher nicht.
Als Lestat nichts erwiderte, sondern mir einen Blick zuwarf, den ich zwar nicht recht einordnen konnte, der mir aber definitiv nicht gefiel, sagte ich schnell: "Aber wenn es nicht anders geht..." Ich überlegte kurz; da kam mir ein Einfall. "Ich... kenn mich da ja nicht so aus", sagte ich langsam. "Aber ist es nur das Sonnenlicht, das Vampiren zu schaffen macht?" An seinem Gesichtsausdruck sah ich, dass Lestat erkannte, worauf ich hinauswollte. "Vielleicht kann man an einem dunklen Ort, in einem geschlossenen Raum weiterreden?" Du Idiot, sagte mir mein Unbehagen. Willst du etwa noch mehr Zeit als nötig in Anwesenheit dieser... Kreatur verbringen? Die zwiespältige Situation in meinem Kopf machte mir zu schaffen. Ich muss wissen, wer oder was hinter diesem Schreiben steckt. Das war für mich klar, auch wenn das bedeuten würde, Lestat noch genauer kennenlernen zu müssen, worauf ich unter normalen Umständen dankend verzichtet hätte.
So wartete ich gespannt Lestats Erwiderung auf meine spontane Idee ab...

.Morgan.

 

 

Ich sah Morgan misstrauisch an. Was redet der denn da? 'An einem dunklen Ort, in einem geschlossenen Raum'?! Nein - ich trau ihm einfach nicht... Ich schüttelte den Kopf. "Nein, dass ist mir zu unsicher. Ich möchte wieder auf mein Schloss."
Als Morgan mich fragend ansah, sagte ich: "Bekommen wir Vampire auch nur einen einzigen Strahl vom Sonnenlicht ab, dann verbrennt es uns brutal!" Ich stand auf. "Also entweder, du suchst dir irgendwas zum übernachten in dem kleinen Dorf dort hinten", ich zeigte in die Richtung, in der das Dorf lag, "oder... du kommst mit auf mein Schloss." Morgan sah mich an als wolle er sagen: 'Was?! Sag das noch einmal!'
"Das Schloss gehört mir und meinem Meister Armand. Er ist ebenfalls ein Vampir.. Der Vampir, der mich geschaffen hat, mir alles beigebracht hat. Vor ihm bräuchtest du dich nicht zu fürchten, er wird dir kein Haar krümmen, wenn ich ihm sage, dass er dich in Ruhe lassen soll. Tagsüber, sind Armand und ich nicht zu gebrauchen. Wir schlafen den ganzen Tag über in unserem Sarg und werden erst nachts aktiv. Wie schon gesagt, liegt das Schloss hier ganz in der Nähe."
Morgan sah mich mit einem irritierten, fassungslosen, aber gleichzeitig auch interessierten Blick an. Ich spürte, dass er ein wenig neugierig war...
"Also was ist?", fragte ich Morgan und wartete gespannt seine Antwort ab. Ein kurzer Blick in den Himmel verriet mir, dass ich bald aufbrechen müsste...

.Lestat.